Konversionstherapie-verbieten

Antrag auf Standesinitiative

Am 27. Oktober 2021 hat der Grosse Rat vom Kanton Basel-Stadt den Antrag Johannes Sieber und Annina von Falkenstein auf Einreichung einer Standesinitiative betreffend Verbot von Konversionstherapien in der Schweiz mit 74 Ja zu 14 Nein bei 1 Enthaltungen an den Regierungsrat überwiesen.

Grosser Rat, Antrag auf Einreichung einer Standesinitiative betreffend Verbot von Konversionstherapien in der Schweiz:

Konversionstherapien sollen schweizweit verboten werden.

«Konversionstherapien» sind psychologische Therapien, die zum Ziel haben, die homosexuelle Veranlagung eines Menschen in eine heterosexuelle Neigung umzupolen oder die Geschlechtsidentität von Personen zu verändern.

«Konversionstherapien» sind für betroffene Personen höchst traumatisierend. Das belegen zahlreiche Studien. Diese «Therapien» haben zum Ziel, den Betroffenen Schuldgefühle aufzubürden, was viele in die Verzweiflung treibt. Dabei sind Jugendliche besonders verletzlich. Sie können durch selbst ernannte «Heiler:innen» in psychische Krisen bis hin zu Depressionen und Suizid gestürzt werden.

Konversionstherapien sollen nicht nur im Kanton Basel-Stadt, sondern in der ganzen Schweiz verboten werden. Annina von Falkenstein (LDP) und ich stellen darum Antrag auf Einreichung einer Standesinitiative. Der Grosse Rat wird den Antrag im Herbst beraten.

Dieser lautet: Der Regierungsrat soll im Namen des Kantons Basel-Stadt bei der Bundesversammlung, gestützt auf Art. 160 Abs. 1 der Bundesverfassung, folgende Standesinitiative einreichen:

«Das Bundesparlament und die Bundesbehörden werden ersucht,

  • «Konversionstherapien» zu verbieten, welche zum Ziel haben, die sexuelle Orientierung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verändern;
  • aufzuzeigen, ob für Psychologinnen und Psychologen, Therapeutinnen und Therapeuten, Seelsorgerinnen und Seelsorger usw. die solche anwenden, ein Berufsverbot erwirkt werden kann;
  • aufzuzeigen, was die Konsequenzen bei Zuwiderhandeln sein können.»

Annina von Falkenstein hat bereits die Erstüberweisung der Motion zum Verbot der Konversionstherapien auf kantonaler Ebene unterstützt. Ihre Fraktion war grossmehrheitlich der Ansicht, dass ein Verbot auf nationaler Ebene zielführender wäre. Es freut mich sehr, dass wir uns nun genau dafür gemeinsam einsetzen werden!

Der Grosse Rat wird im Herbst über den Antrag beraten. Weitere Infos folgen.

Online: Script Votum, 27.10.2021
Votum zum Antrag Johannes Sieber und Annina von Falkenstein auf Einreichung einer Standesinitiative betreffend Verbot von Konversionstherapien in der Schweiz (Geschäft 21.5507)
Votum lesen

Grosser Rat, Geschäft 21.5507, 25.06.21
Antrag Johannes Sieber und Annina von Falkenstein auf Einreichung einer Standesinitiative betreffend Verbot von Konversionstherapien in der Schweiz
Grosser Rat

Fernsehen: Telebasel Talk, Claude Bühler, Katja Haas, 30.06.2021
Konversionstherapien sollen landesweit verboten werden
Telebasel

Zeitung: Blick, Daniel Ballmer, 30.08.2021
Der schwule Andreas Keller (36) war zehn Jahre in Umpolungstherapie
Blick

Zeitung: bz – Zeitung für die Region Basel, Elodie Kolb, 28.06.2021
Zwei Basler Grossräte wollen Verbot von Umpolungen in der ganzen Schweiz
bz – Zeitung für die Region Basel

Radio: SRF Regional Diagonal, 03.07.21
Bei Konversionstherapien fordert Basel ein nationales Verbot (00:03:49)
Play SRF

Online: Watson, 14.09.2021
Karina ist lesbisch – so wollte die Freikirche sie von den Dämonen befreien
Watson

Radio: SRF, 100 Sekunden Wissen
Konversionstherapie
Play SRF

Foto zur Notiz: Greg Raines on Unsplash